Die Versuche des Schamanen Gabyschew, bis Moskau zu gehen
Im März 2019 brach Alexander Gabyschew zu einer Fußreise von Jakutien in die russische Hauptstadt auf, um „Putin auszutreiben“ und „die Gerechtigkeit wiederherzustellen“. Im September – nach sechs Monaten und 3000 Kilometern Weg – wurde Gabyschew festgenommen, der Föderale Sicherheitsdienst leitete ein Verfahren wegen öffentlicher Aufrufe zum Extremismus ein, aber Anklage gegen den Schamanen wurde nicht erhoben. Man brachte ihn in eine psychoneurologische Anstalt und erklärte ihn für unzurechnungsfähig, ließ ihn aber später frei.
Im Dezember 2019 machte sich der Schamane Gabyschew erneut auf den Weg nach Moskau, aber der Mann wurde wieder festgenommen. Die Polizisten beschuldigten ihn des Ungehorsams, und das Gericht verhängte wegen einer zerrissenen Jacke eines Silowiks eine Geldstrafe von 1000 Rubel. Das Ermittlungskomitee begann damals eine Prüfung, ob ein Strafverfahren eingeleitet werden soll. Mitte Juli 2020 wurde Gabyschew aus der Jakutischen Republikanischen Psychiatrischen Anstalt entlassen, in der er sich seit Mitte Mai in Zwangsbehandlung befand.
Anfang 2021 kündigte Gabyschew für März einen neuen „Marsch auf Moskau“ an, wurde aber Ende Januar im Haus seiner Verwandten, wo er wohnte, festgenommen. Mitte März erklärte ein Gutachten den Mann für unzurechnungsfähig.
Die Silowiki erwogen die Möglichkeit, den Schamanen Alexander Gabyschew, der mehrfach versucht hatte, zu Fuß bis Moskau zu gehen, um den Präsidenten der RF Wladimir Putin „auszutreiben“, bei der Festnahme zu töten. Das erklärte ein Zugführer der Rosgwardija in einer Sitzung des Stadtgerichts in Jakutsk im Verfahren über die Zwangsbehandlung des Schamanen, wohin er als Zeuge der Anklage geladen war. „Wir wussten, dass Gabyschew begabt und gesellig ist, deshalb haben wir beschlossen, ihn nicht zu töten“, zitiert am Freitag, dem 7. Mai, das Internetmedium „Sibir.Realii“ die Worte des Silowiks unter Berufung auf ungenannte Gesprächspartner, die mit dem Inhalt der Sitzung vertraut sind.