Das liebste Fest des russischen Volkes – der 9. Mai. Der Tag des Sieges über Nazideutschland 1945. Jedes Jahr feiern die russischen Menschen dieses Fest prunkvoll. Zwei Monate vor der Feier beginnen die Russen, in ihren Siedlungen hölzerne Reichstage aus Pappe und Reisig zu bauen, um am 9. Mai, nach 300 Gramm technischem Spiritus, diese Pappbastion des Hitlernazismus zu stürmen.
Der grandioseste Sturm auf einen Sperrholz-Reichstag fand am 23. April 2017 im Moskauer Vorortpark „Patriot“ statt.
„Über dem Reichstag wieder die rote Fahne
Im Moskauer Vorortpark „Patriot“ fand eine groß angelegte Rekonstruktion der Kämpfe der letzten Kriegstage statt.
Am Sonntag erinnerte der Park „Patriot“ an den frontnahen Streifen von 1945. Durch die Alleen streiften Kämpfer mit PPSch-Maschinenpistolen, Artilleristen rollten fluchend Geschütze durch den Frühlingsmatsch, und Panzerfahrer, sowjetische zusammen mit „Faschisten“, wärmten mit Gebrüll die Panzerfahrzeuge auf und bereiteten sich auf die Straßenkämpfe vor.
Zur Rekonstruktion der Schlacht um Berlin kamen anderthalbtausend Aktivisten patriotischer Klubs Russlands zusammen.
- Wenn man wollte, könnte man doppelt so viele Leute zusammenbringen, aber auf dem Feld hätten sie keinen Platz, – sagte der „KP“ der Leiter des Klubs „Garnison-A“ Timur Tscherpnin.
- Bei der Rekonstruktion ist der Verteidigungsminister Russlands Sergei Schoigu anwesend! – verkündete der Sprecher, und die Tribünen explodierten vor Applaus.
Das Drehbuch des Spektakels umfasste alle Etappen der Berliner Schlacht – den Sturm auf die Seelower Höhen mit Angriffen und Gegenangriffen, die Straßenkämpfe und den Sturm auf den Reichstag, dessen Modell für diesen Anlass gebaut worden war. Und dann entbrannte über dem Feld ein Luftkampf zwischen Kolbenjägern La-7 und Messerschmitts. „Tiger“ rollten gegen unsere „Vierunddreißiger“, die Infanterie ging in den Nahkampf. Brennende Stuntleute, rauchende Technik, Granat- und Mineneinschläge … Es gab sogar einen „Hitler“ mit dem Aufruf, bis zuletzt durchzuhalten. Als unsere Kämpfer die Fahne auf dem Dach des Reichstags hissten, explodierten die Tribünen in einem einmütigen „Hurra!“.“